Fragen und Antworten

Wann wird mit dem Bau der neuen Gleise begonnen?

Ein konkreter Termin steht noch nicht fest. Wann mit dem Bau der neuen Gleise begonnen werden kann, hängt vom Verlauf der weiteren Planungen und der Genehmigungsverfahren ab.

Frühestmöglicher Baubeginn für die Strecke zwischen Hanau und Gelnhausen ist nach heutiger Einschätzung das Jahr 2019, für die Strecke zwischen Gelnhausen und Fulda 2023. Bis dahin kann die technische Planung, das Raumordnungsverfahren und das Planfeststellungsverfahren vorbereitet und abgeschlossen sein.

Wie lange ist die Bauzeit?

Im Abschnitt Hanau–Gelnhausen hängt die Bauzeit stark von den technischen Lösungen, der Planung der Bauzustände, der Vereinbarkeit mit den vorhandenen Verkehren sowie weiteren Vorhaben ab, die Auswirkungen auf das Projekt haben. Da „unter dem rollenden Rad“ gebaut wird, wird die Bauzeit nach aktueller Schätzung etwas mehr als fünf Jahre betragen. Für den Abschnitt Gelnhausen–Fulda ist eine Bauzeitschätzung nicht möglich, da der Streckenverlauf noch nicht geklärt ist.

Wie viel wird die Umsetzung des Projekts kosten?

Eine erste Kostenschätzung wird mit den Ergebnissen der Vorplanung vorgelegt.

Wer bezahlt das Projekt?

Das Projekt Hanau–Würzburg/Fulda ist ein Projekt des Bundesverkehrswegeplans und wird vom Bund finanziert. Bisher haben das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und die DB Netz AG vereinbart, die Planungen für die Leistungsphasen 1 und 2, d. h. für die Grundlagenermittlung und die Vorplanung durchzuführen.

Warum ist im Bundesverkehrswegeplan trotz ergebnisoffener Planung die „Mottgersspange“ abgebildet?

Der Bundesverkehrswegeplan ist an diesem Punkt leider irreführend. Die im sogenannten Planfall 16a hinterlegte „Mottgersspange“ stellt lediglich eine exemplarische Lösung dar und ist als Platzhalter für die zu erarbeitende Streckenführung zu verstehen. Es bleibt festzuhalten, dass der Trassenverlauf ergebnisoffen diskutiert wird. Eine Vorfestlegung gibt es nicht.

Wann wird entschieden, welche Trassenführung zwischen Gelnhausen und Fulda bzw. Würzburg gewählt wird?

Die Vorplanungen sollten bis 2016 abgeschlossen sein. Bis dahin erfolgt die Variantenprüfung, an deren Ende die Ermittlung einer Antragsvariante steht. Diese wird im Raumordnungsverfahren auf ihre Raumverträglichkeit hin geprüft, so dass am Ende des Raumordnungsverfahrens die Trassenführung prinzipiell feststeht.

Welche Varianten werden geprüft? Gibt es nur zwei Optionen?

Es werden zwei grundlegende Trassenführungen geprüft: Zum einen Ausbau mit zwei weiteren Gleisen im Bereich der bestehenden Bahnstrecke Gelnhausen–Fulda entlang des Kinzigtals; zum anderen ein Neubau durch den Spessart nordöstlich von Gelnhausen bis zur vorhandenen Schnellfahrstrecke Hannover–(Fulda)–Würzburg. Innerhalb dieser beiden Grundvarianten sind verschiedene Streckenführungen möglich, die alle untersucht und geprüft werden. Entscheidet man sich für die Option im Kinzigtal, muss auch der erforderliche Ausbau der Strecke Hanau–Nantenbach mit bewertet werden.

Wer entscheidet letzten Endes darüber, ob und wie das Projekt realisiert wird?

Diese Entscheidung erfolgt in mehreren Stufen während der ersten Planungsphasen. Nach Abschluss der Vorplanung (Leistungsphase 2) ist die Auswahl einer Variante die erste dieser Entscheidungen. Bereits hier sind der Nachweis der Einhaltung der im Bundesverkehrswegeplan vorgegebenen Ziele, die Wirtschaftlichkeit (Nutzen muss höher als die geschätzten Kosten sein) und die spätere Genehmigungsfähigkeit der Lösung ausschlaggebend. Auf dieser Basis vereinbaren der Bund und die DB Netz AG dann die Vertiefung der Planungen bis zur Planfeststellung, bei der die vielfältigen Belange und Interessen von Beteiligten und Betroffenen behördlich angehört und abgewogen werden. Auf Grundlage dieser vertieften Planung, die noch immer wirtschaftlich sein muss, vereinbaren der Bund und die DB Netz AG die Finanzierung des Bauvorhabens – erst damit ist die Realisierung entschieden.

Werden auch die Bahnhöfe entlang der Strecke umgebaut und modernisiert?

Das hängt davon ab, ob die Gleis- und Bahnsteiganlagen des jeweiligen Bahnhofs im Rahmen des Projekts ABS/NBS Hanau–Würzburg/Fulda angepasst werden müssen. Allgemeine Modernisierungs- und Erneuerungsmaßnahmen sind allerdings nicht Gegenstand dieses Projektes.

Auf welchen Zugzahlenprognosen basiert die Planung?

Planungsgrundlage für das Projekt sind die Prognosezahlen 2025 aus der Bedarfsplanüberprüfung 11/2010 des Bundes. Die neuen Prognosezahlen 2030 werden durch der Erarbeitung des neuen BVWP 2015 ermittelt und liegen aktuell noch nicht vor. Sobald diese zur Verfügung stehen, fließen die Ergebnisse in die Projektplanung ein.

Was ist unter dem „Prüfauftrag“ für einen qualitativen Ausbau der Strecke Hanau–Aschaffenburg–Nantenbach zu verstehen?

Hier wird untersucht, welche Maßnahmen zusätzlich zu den zwei Gleisen nach Fulda auf der Strecke Hanau–Aschaffenburg–Nantenbach notwendig sind, damit die prognostizierten Verkehre in Richtung Würzburg nicht über eine Südanbindung einer Neubaustrecke durch den Spessart an die Schnellfahrstrecke Würzburg–Fulda fahren müssen, sondern mit der notwendigen Geschwindigkeit und wirtschaftlich optimaler Betriebsqualität über die Strecke Hanau–Aschaffenburg–Nantenbach geführt werden können.

Ein qualitativer Ausbau umfasst nur Maßnahmen, die keine zusätzlichen Streckengleise erfordern.

Müssen Anwohner mit Lärm rechnen? Wie werden die Betroffenen geschützt?

Es ist ein zentrales Anliegen der Deutschen Bahn, Anwohner vor Schienenlärm zu schützen. Bis 2020 will das Unternehmen den Verkehrslärm im Vergleich zum Jahr 2000 halbieren. Für Neubaustrecken gelten dabei strengere Lärmschutzrichtlinien als für Bestandsstrecken. Wie genau sich die Lärmentwicklung und Lärmauswirkungen für die Betroffenen darstellen, lässt sich zum aktuellen Planungsstand noch nicht sagen. Erste Abschätzungen können frühestens in ein bis eineinhalb Jahren getroffen werden, wenn die Vorplanung beendet ist.

Warum gibt es bisher wenig Konkretes zum Projekt?

Die Deutsche Bahn hat sich entschieden, in einer möglichst frühen Planungsphase den Dialog mit der Öffentlichkeit zu suchen. Zahlreiche Fragen können zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden, weil für viele Aufgabenstellungen noch die richtigen Lösungen erarbeitet werden müssen – unter Mithilfe und Beteiligung der Menschen in der Region.

Hiermit betreten wir – und alle anderen Beteiligten – Neuland. Üblicherweise wird erst kommuniziert, wenn die Antragsvariante bereits feststeht. Wir gehen beim Projekt ABS/NBS Hanau–Würzburg/Fulda ganz bewusst einen anderen Weg (Pilotprojekt frühe Bürgerbeteiligung). Denn nur auf diese Weise können Hinweise und Anregungen frühzeitig in die Planungen einfließen.

Wer ist alles zum Dialogforum eingeladen?

Das Dialogforum soll alle in der Region vertretenen Interessen und Meinungen abbilden. Daher ist hier ein breites Spektrum an Positionen vertreten. Akteure sind unter anderem Kommunen, Bürgerinitiativen, Wirtschaftsverbände, Umwelt- und Naturschutzverbände, Pendler, Verkehrsministerien, Landkreise und Nahverkehrsverbände.

Das Dialogforum kann jederzeit die Aufnahme von neuen Mitgliedern beschließen.

Wie wird der normale Bürger an den Planungen beteiligt?

Im Rahmen der frühen Bürgerbeteiligung sind verschiedene Veranstaltungen geplant, die sich direkt an die Bürgerinnen und Bürger vor Ort wenden. Das Dialogforum hat zudem den Anspruch, über die unterschiedlichen Mitglieder möglichst alle betroffenen Interessen abzubilden. Um den Transparenzgedanken zu wahren, sind die Protokolle und Unterlagen aus den Sitzungen hier öffentlich zugänglich. Zudem ist die Bahn natürlich auch direkt über ihre Projektmitarbeiter ansprechbar.

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